Mit einer Gesamtfläche von rund 824.000 qkm ist Namibia mehr als doppelt so gross wie Deutschland. Die Nord-Süd-Ausdehnung des Landes beträgt rund 1500 km, die Ost-West-Ausdehnung beträgt rund 600 Kilometer im Süden und rund 1100 Kilometer im Norden.

Die Bevölkerungsdichte ist mit 1,8 Millionen Menschen sehr gering. Es kommen nur 2,2 Menschen auf einen qkm. Hauptgrund dafür sind die wüsten- und halbwüstenhaften Bedingungen und die extreme Knappheit an Oberflächenwasser. Mit Ausnahme der Grenzflüsse - Oranje im Süden und Kunene, Okavango und Zambesi im Norden - gibt es in Namibia nur Trockenflüsse. Sie werden Riviere genannt, und fliessen nur periodisch während der feuchteren Jahreszeit, oft nur für wenige Tage.Namibia lässt sich in mehrere Naturräume oder Grosslandschaften unterteilen.

Im Westen erstreckt sich die vegetationslose Namib Wüste, die bereits im nordwestlichen Teil Südafrikas beginnt und bis nach Angola hineinreicht. Der Wüstengürtel ist rund 100 km breit. Er steigt allmählich auf 600 Meter Höhe an und ist im zentralen Teil durch mächtige Sanddünenfelder gekennzeichnet. Im Norden und Süden überwiegen Geröllflächen. An den Wüstengürtel schliesst sich im Osten das "Escarpment" an, ein Gebirgswall mit Höhen von über 2000 Metern.

Höchster Gipfel Namibias ist der Brandberg mit einer Höhe von 2579 m. Das Escarpment geht in das Zentralplateau über, das nach Osten hin langsam abfällt. Die Höhen im zentralen Hochland variieren zwischen 1100 und 1700 m. Der überwiegende Teil der Orte und Städte Namibias liegt in dieser zentralen Hochebene, so auch die Hauptstadt Windhoek auf 1654 Metern über dem Meeresspiegel.

Weiter östlich schliesst sich das Kalahari Becken an, ebenfalls eine Hochebene mit rund 1000 Metern Höhe mit weiten sandigen Ebenen und Längsdünen mit spärlichem Bewuchs. Der Nordosten, in der relativ regenreichen Kavango- und Caprivi-Region, ist flach und mit dichtem Bushveld bedeckt und stellt einen weiteren Naturraum dar.

Die Niederschläge in Namibia nehmen - vereinfacht dargestellt - von Südwesten nach Nordosten hin zu. Die jährlichen Mengen variieren zwischen 50 mm in der Namib und 700 mm im Caprivi. In Dürrejahren, zum Beispiel zwischen 1991 bis 1993, können sie noch weit geringer ausfallen. Regen kommt meist von Nordosten zwischen Dezember und Februar, wenn feucht-labile Luftmassen aus dem tropischen Teil Afrikas bis nach Botswana und Namibia vordringen und sich in Form von heftigen Gewittergüssen abregnen. Ein Grossteil der Niederschläge verdunstet sofort oder versickert, ohne von der Vegetation aufgenommen werden zu können.

Auf Grund von wasserundurchlässigen Ton- und Gesteinsschichten hat Namibia jedoch relativ viel Grundwasser, das letztlich die Lebensgrundlage der Siedlungen und Farmen darstellt. Ein Teil der jährlichen Niederschläge wird in Stauseen aufgefangen, der grösste ist der Hardap Dam bei Mariental mit einem Volumen von 300 Millionen Kubikmetern. Insgesamt ist und bleibt die Wasserversorgung in Anbetracht der steigenden Bevölkerungszahl eines der wichtigsten Probleme Namibias. Geplant ist die Wasserentnahme aus dem Okavango Fluss und der Bau einer Pipeline. Das Projekt scheiterte bislang jedoch am Widerstand Botswanas, das eine Veränderung der Ökologie im Okavango Delta befürchtet.

Die Bilder wurden uns freundlicher Weise von Herrn Dr. med. Heiden, Traunstein, zur Verfügung gestellt.